American Avocet

Dear Avocet,

When I perused last year’s photo archive and found a series of portraits of you, my heart went into a happy little dance. You blessed us with your presence at a local lake during fall migration for one full golden October week. Only you know where you had come from and where you were going. I wondered if you had been born only this summer, and were somehow left behind when your parents, brothers, and sisters took off for warmer climes. Or if you were a loner, who liked to travel on your own.

Watching you forage for sustenance to power you through your upcoming journey, rest your legs, or even take a nap while people and dogs were milling about touched me deeply, but also made me worry about your future, the obstacles on your way to your winter quarters, the countless challenges and dangers awaiting you. I hope you are safe and well-fed.

We humans are always admonished against employing flattery, but if it’s honest and sincere, I don’t see a problem with it. So please allow me to tell you that ever since I first had the pleasure of getting to know one of your kind, you have enchanted me. With your slender legs, long neck, curved bill, and exquisite plumage, you are elegance personified. Whether or not your feathers are black, white, and gray, or ginger-colored accents beautify your head, neck, and throat during breeding season, you dazzle.

You had me at first sight.

Sincerely,

Your admirer

Lieber Säbelschnäbler,

Als ich mein Photoarchiv vom vergangenen Jahr durchsah, und auf eine Serie Deiner Porträts stieß, machte mein Herz einige frohe Sprünge. Du beglücktest uns während des Herbstzuges mit Deiner Präsenz an einem hiesigen See eine ganze goldene Oktoberwoche lang. Du allein wußtest, woher Du kamst und wohin Du wolltest. Ich fragte mich, ob Du erst in diesem Sommer geboren wurdest, und vielleicht den Anschluß an Deine Eltern, Brüder und Schwestern verpaßt hattest, als sie sich gen wärmere Gefilde aufmachten. Oder vielleicht warst Du lieber allein unterwegs.

Dir zuzuschauen, wie Du nach Futter suchtest, um Dich für Deine bevorstehende Reise zu stärken, wie Du Deine Beine ausruhtest oder sogar ein Nickerchen hieltest, während sich Menschen und Hunde in der Nähe tummelten, bewegte mich zutiefst, ließ mich aber auch um Deine Zukunft fürchten, um all die Hindernisse auf dem Weg zu Deinem Winterquartier sowie die zahllosen Herausforderungen und Gefahren, die auf Dich warteten. Ich hoffe, Du bist satt und in Sicherheit.

Wir Menschen werden immer vor Schmeicheleien gewarnt, doch wenn sie ehrlich und ernst gemeint sind, sehe ich damit keine Probleme. Erlaube mir deshalb, Dir zu sagen, daß Du mir seit meiner ersten Begegnung mit einem Deiner Artgenossen das Herz gestohlen hast. Mit Deinen schlanken Beinen, Deinem langen Nacken, gebogenen Schnabel und auserlesenen Gefieder verkörperst Du reine Eleganz. Egal, ob Deine Federn schwarz, weiß und grau sind, oder rötliche Akzente Dir Kopf, Hals und Brust in der Brutsaison verschönern, Du bist einfach hinreißend.

Es war Liebe auf den ersten Blick.

Ergebenst,

Deine Verehrerin